BESTENLISTE POSTAPOKALYPTISCHE ROMANE / DYSTOPIEN

 

Vorwort:

Ein postapokalyptischer Roman beschreibt ein Ereignis, das große Teile der Menschheit und die von ihr aufgebaute Zivilisation vernichtet hat. Gesellschaftsordnungen gelten nicht mehr, oft herrscht ein archaisches System des Stärkeren (Wikipedia).

 

Die Vernichtung der Menschheit – so wie wir sie kennen – erfolgt für gewöhnlich entweder durch eigene Handlungen der Menschheit (fehlgeschlagene Experimente, Krieg, Naturzerstörung) oder wird von externen Kräften ausgelöst (Virusinfektion, Naturkatastrophen, Vernichtung durch Außerirdische). Manchmal gehen beide Varianten ineinander über (Naturzerstörung führt zu Naturkatastrophen).

 

In der zerstörten Welt kämpfen die Verbliebenen ums Überleben und beabsichtigen oft, wieder eine Gesellschaftsordnung aufzubauen, die der früheren (vorapokalyptischen) entspricht.

 

Eine Dystopie beschreibt ein zukunftspessimistisches Szenario von einer menschlichen Gesellschaft, die sich zum negativen entwickelt hat und ist meist geprägt von diktatorischen Herrschaftsformen, gestörter Kommunikation der Menschen untereinander und der Kappung eigener Wertvorstellungen (Wikipedia). Regelmäßig werden auch postapokalyptische Szenarien als Dystopien bezeichnet und sind Auslöser der dystopischen Zustände nicht selten dieselben wie diejenigen, die postapokalyptischen Romanen zugrunde liegen.

 

Insofern ist die Abgrenzung oft fließend, so dass es sich kaum anbietet, bei einzelnen Romanen zwischen den beiden Genre zu differenzieren. Oftmals ist es schon schwer genug, bestimmte Romane (wie z.B. „Die Stadt der Blinden“ von Jose Saramago, wo das Geschehen in nur einer einzigen Stadt spielt, oder den Roman „Planet der Affen“ von Pierre Boulle (im Vergleich zum Film mit Charlton Heston), überhaupt einem der beiden Genre zuzuordnen.

Jedes Buch enthält von mir eine rein subjektive Sternebewertung, die lediglich darstellt, wie gut oder schlecht mir persönlich ein Werk gefallen hat. Bei mehreren Werken in der selben Sternekategorie liste ich alphabetisch - ausgehend vom Vornamen des Autors / der Autorin. 

Am Ende gibt es auch eine Liste zu Büchern, auf deren Lektüre man meines Erachtens gut und gern verzichten kann. 

 

Die Auswahl ist naturgemäß subjektiv und umfasst nur die Werke, die ich in nicht all zu weit zurückliegender Vergangenheit gelesen habe.

 

Besteht ein Gesamtwerk aus mehreren Teilen, so werden diese von mir zusammengefasst dargestellt und auch gemeinsam bewertet.

 

Zu jedem Buch gibt es einen Überblick über die Grundthematik.

 

In der Darstellung wird nichts vorweggenommen, was man nicht sowieso nach wenigen Seiten erfährt.

 

Ich werde die Liste regelmäßig ergänzen.

10 von 10 Sternen:

DREW MAGARY – DIE UNSTERBLICHEN                                                                                                                       

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios

 

Das Buch ist kein typischer Endzeitroman. Die Handlung beginnt damit, dass es Wissenschaftlern gelingt, durch einen genetischen Eingriff in die menschliche DNA den Alterungsprozess zu stoppen. Menschen, die den Eingriff vornehmen lassen, können fortan nur noch durch ein Verbrechen, Selbstmord, Krankheit oder Unfall zu Tode kommen, nicht mehr aber auf natürliche Weise. Was wie ein Segen klingt, entwickelt sich sehr schnell zu einem unaufhaltsamen Fluch, da die Überbevölkerung der Erde rasant voranschreitet, die natürlichen Ressourcen aber nun einmal begrenzt sind.

 

Dem Autor gelingt es, durchweg einen ideenreichen, spannenden und nachvollziehbaren Handlungsablauf zu entwickeln. Eigentlich ist das Buch keine echte Science Fiction, da das vom Autor geschilderte Szenario in spätestens 50 bis 100 Jahren auf der Erde Realität werden wird, wenn nicht die fortschreitende Bevölkerungsexplosion auf unserem Planeten, verbunden mit der Vernichtung der Natur schleunigst gestoppt wird. Insofern schildert der Autor lediglich in Zeitraffer das Schicksal unseres Planeten, wie es spätestens unseren Enkeln oder Urenkeln ereilen wird. Das Buch ist prädestiniert dafür, Pflichtlektüre an jeder Schule zu sein. Leider gibt’s das Buch nur noch als Hörbuch.

9,5 von 10 Sternen:

 

HUGH HOWEY – SILO- TRILOGIE (Silo, Level, Exit)   

                                                                                                                         Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Obwohl die Trilogie komplett unterirdisch spielt, da die Erdoberfläche als verstrahlt und unbewohnbar gilt, gelingt es dem Autor durchweg, eine spannende Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen zu erzählen. Um Klassen besser als die Metrotrilogie von Dmitry Glukhovsky, in der es ja um ein ganz ähnliches Szenario geht.

LIU CIXIN – TRISOLARIS- TRILOGIE (Die drei Sonnen, Der dunkle Wald, Jenseits der Zeit) 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch drohende außerirdische Eroberung der Erde) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Im Rahmen eines chinesischen Forschungsprojekts gelingt es, Signale ins All zu senden und Kontakt zu einer intelligenten außerirdischen Zivilisation aufzunehmen. Da auf deren Planet die Lebensbedingungen unwirtlich sind, schickt sich diese Zivilisation an, die Erde zu erobern, mit dem Ziel, die Menschheit zu versklaven.

 

Auf fast 3.000 Seiten gelingt es dem chinesischen Autor einen Meilenstein des Science Fiction- Romans zu schaffen. Er präsentiert eine Vielzahl noch nie dagewesener Ideen und stellt ganz nebenbei eine Erklärung des Fermi- Paradoxon auf, um die sich letztendlich das gesamte Mammutwerk dreht.

 

Der erste Teil (Die drei Sonnen) ist dabei äußerst komplex und teilweise schwer verständlich geschrieben. Der zweite Teil (Der dunkle Wald) ist der beste Teil der Trilogie. Verständlich geschrieben und dennoch sehr anspruchsvoll. Der letzte Teil (Jenseits der Zeit) liegt dann irgendwie zwischen Genie und Wahnsinn, wobei sich der Autor im Finish doch etwas übernimmt.

NINA CASEMENT – WILD CARD

 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Meteoriteneinschlag) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Die Autorin präsentiert ein durchgängig spannendes und zudem auch wissenschaftlich fundiertes Endzeitszenario aufgrund eines Meteoriteneinschlages auf der Erde.

 

Aus dem Blickwinkel einer 26jährigen Absolventin eines Biologiestudiums, die die Katastrophe überlebt, beschreibt die Autorin ein Zeitfenster von der ersten Sichtung des Himmelskörpers viele Jahre vor dem Einschlag auf die Erde über konträre wissenschaftliche Meinungen zur Gefahrenlage, Beschwichtigungsversuche der Politiker, die Katastrophe bis hin zu zu einem langen Marsch zu einer neu entstandenen Gemeinschaft.

 

Das Buch erinnert teilweise stark an Cormac McCarthys preisgekrönten Roman „Die Straße“, ist jedoch viel komplexer als dessen Werk und meines Erachtens auch besser.

 

Absolute Leseempfehlung.

 

STEPHEN KING – THE STAND                                                                                

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

The Stand ist sicher Stephen Kings bestes Werk. Ein wissenschaftliches Experiment gerät außer Kontrolle, sodass in der Folge der größte Teil der Menschheit an einer Virusinfektion zu Grunde geht. Die wenigen Überlebenden scharen sich um zwei Personen, die quasi das „zweite Gesicht“ haben und von denen jeweils eine Person „das Gute“ und die andere Person „das Böse“ verkörpert. Alles läuft auf einen Endkampf zwischen „Gut“ und „Böse“ hinaus.

 

Die Geschichte ist durchweg spannend und einfallsreich. Überflüssig fand ich, dass King den Vertreter „des Bösen“ teilweise mit weit übersinnlichen Kräften ausstattete, was für den Handlungsverlauf nicht notwendig gewesen wäre. Die Schlussszene ist leider völlig daneben.

 

SUZANNE COLLINS – DIE TRIBUTE VON PANEM (3 Teile) 

 

Thematik: Leben in einem dystopischen Szenario

 

„Die Tribute von Panem“ ist ein moderner Mix aus Stephen Kings Werken „Todesmarsch“ und „Menschenjagd“.

 

In einer Zukunft, in der der nordamerikanische Kontinent aufgrund Krieg und Raubbau an der Natur weitgehend zerstört wurde, hat sich eine Art Militärdiktatur herausgebildet, die die Menschen in verschiedenen Distrikten kontrolliert und „klein“ hält. Um die Menschen von aufwieglerischen Gedanken fernzuhalten, werden alljährlich Hungerspiele in einer riesigen Arena ausgetragen, in der sich jugendliche Tribute gegeneinander bekämpfen bis ein Sieger übrig bleibt. Alles wird im Fernsehen übertragen. Die Hauptprotagonistin Katniss will sich gegen das System auflehnen.

 

Unglaublich spannende und einfallsreiche Dystopie, die unterdessen auch verfilmt wurde.

9 von 10 Sternen:

 

GEORGE R. STEWART – LEBEN OHNE ENDE                                            

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Dieses Buch ist dasjenige, das Stephen King als Mustervorlage für seinen Megaroman „The Stand“ nutzte. Durch eine verheerende Viruspandemie wird die Menschheit darnieder gerafft. Nur wenige Menschen überleben – so der Hauptprotagonist des Romans, aus dessen Perspektive die Zukunft vom Autor geschildert wird.

 

Ohne jedwede Effekthascherei beschreibt der Autor aus der Perspektive eines die Pandemie überlebenden Geographie- Studenten, wie sich die wenigen überlebenden Menschen, die nicht allein durchs Land ziehen, verrückt werden oder an Krankheiten zugrunde gehen, in kleinen Gruppen (Stämmen) zusammenfinden. Schon nach wenigen Generationen ist die Menschheit auf Steinzeitniveau zurückgefallen, wobei sich allerdings die Folgegenerationen, die ja kein anderes Leben kennen, als das, was sie nunmehr führen, trotz alledem den verändernden Bedingungen anpassen (müssen).

 

Ein in jeder Hinsicht absolut lesenswertes Buch.

 

 

J. L. BOURNE – TAGEBUCH DER APOKALYPSE (4 Bände)                                                                                                   

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Zombiewelt

 

Aufgrund eines unbekannten Virus verwandeln sich die Toten in Zombies. Die lebenden Menschen müssen einen tagtäglichen Kampf gegen die Untoten führen, was der Autor aus Sicht eines Soldaten in Tagebuchform schildert. Dem Autor gelingt solange eine spannende Geschichte, wie er den Ich-Erzähler-Stil anwendet. Leider weicht er im letzten Teil des Romans von der Ich-Erzähler-Perspektive ab und von da an wird leider auch die Geschichte dünner und die Handlungsabläufe unlogischer, bis sie in einem wenig spektakulären Finale enden.

 

 

JUSTIN CRONIN - DIE PASSAGE- TRILOGIE (Der Übergang, Die Zwölf, Die Spiegelstadt)                                                                                                                                                

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Zombiewelt

 

Auch in dieser Trilogie gerät ein wissenschaftliches Experiment außer Kontrolle. Die Versuchspersonen verwandeln sich in Zombies und vernichten den Großteil der Menschheit. Ein ebenfalls als Versuchsperson infiziertes Mädchen stellt sich mit einer Schar Überlebender den Kreaturen zum Endkampf.

Der Autor überzeugt mit einem guten Spannungsaufbau und einer abwechslungsreichen Handlung.

 

MICHAEL TIETZ – RATTENTANZ

                                                            

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios durch weltweiten Stromausfalls

 

Tietz Roman „Rattentanz“ ist quasi der Vorläufer von Marc Elsbergs Roman „Blackout“, wobei beide Autoren ihre Romane allerdings nahezu gleichzeitig geschrieben haben. Beide Romane weisen naturgemäß Parallelen auf, allerdings auch gewaltige Unterschiede.

 

In beiden Romanen geht es um die Folgen eines flächendeckenden Stromausfalls, der bei „Rattentanz“ die ganze Welt durch einen fahrlässig herbeigeführten Hackerangriff erfasst, bei Elsberg „nur“ Europa und Nordamerika aufgrund eines Terroranschlages.

 

Während Elsberg das Geschehen im wesentlichen von Regierungsseite und technischer Sicht aus aufarbeitet, Einzelschicksale dabei allenfalls am Rande eine Rolle spielen, schreibt Tietz ausschließlich aus der Sicht der Einwohner kleiner Ortschaften.

 

Schon nach wenigen Stunden kommt es zu Plünderung, Mord und Totschlag und ist jedwede staatliche Ordnung dahin, nach ein bis zwei Wochen ist bei Tietz der Großteil der Menschheit schon verhungert, verdurstet oder ermordet worden. Bei Elsberg ist allerdings selbst nach 2 Wochen die staatliche Ordnung noch weitgehend erhalten und beschränken sich Todesfälle auf Folgen von Krankheit und vereinzelte Ausschreitungen.

 

Sollte ein entsprechendes Szenario tatsächlich eintreten, würde das Geschehen wohl eher in der Mitte der beiden Romane anzusiedeln sein.

 

Was haben Tietz und Elsberg vergessen? Während Tietz in „Rattentanz“ alle Flugzeuge abstürzen lässt (aufgrund des Ausfalls der eingebauten Elektronik) wird Entsprechendes von Elsberg nicht mal erwähnt. Elsberg hingegen zeigt die Probleme für die Kernkraftwerke auf, Tietz äußert sich zu diesem Problemkreis mit keinem Wort.

OLIVER PÄTZOLD – MATHILDA

                                                                

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Asteroideneinschlag) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Im Unterschied zu üblichen Endzeitromanen, in denen ein apokalyptisches Szenario durch Zombies oder Außerirdische hervorgerufen wird, schreibt der Autor hier eine Geschichte, die jederzeit zur Wirklichkeit werden kann. Dies gelingt ihm überdurchschnittlich gut, man kann sich nicht nur gut in das Geschehen hineinversetzen, auch die Handlungen der Protagonisten sind immer nachvollziehbar. Zudem spielt das Geschehen mal nicht in den USA, sondern quasi vor unserer Haustür.

 

Von stabiler Gesellschaftsordnung bis zur völligen Anarchie in wenigen Tagen. Aber sollte es irgendwann tatsächlich zu so einem Ereignis kommen, wäre der Verlauf der Dinge wahrscheinlich tatsächlich so, wie vom Autor beschrieben.

 

Ein besonderes Geschmäckle hat im Buch sicherlich die Szene, in der der Autor beschreibt, wie die Nord- und Mitteleuropäer die Balkanroute rückwärts begehen. Hier kommen Erinnerungen an den Film „Independence Day“ auf, als die US- Amerikaner mit Dollarnoten winkend Einlass über die Grenze zu Mexiko begehren.

 

STEPHEN BAXTER – DIE LETZTE FLUT; DIE LETZTE ARCHE                             

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Hochwasser) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies, teilweise im Weltall)

 

Baxter hat diese Werke geschrieben, bevor sich die Autoren bei Katastrophenszenarien eher an der Austrocknung der Erde orientieren. In diesem Werk regnet und regnet es, bis nur noch die höchsten Berge aus der Erde herausragen. Für die wenigen Überlebenden gibt es nur eine Chance, das Aussterben der Menschheit zu verhindern – den Weltraum.


Baxter gelingt mit diesem Werk ein sehr lesenswerter apokalyptischer Roman. Das Thema Weltuntergang und letzte Chance der Menschheit mit Bau eines Raumschiffes, um zu anderen Planeten zu gelangen, um dort den Fortbestand der Menschheit zu sichern, ist freilich nicht neu. Aber Baxter bemüht sich, dem Ganzen eine wissenschaftliche Grundlage zu verleihen, was ihm durchaus auch gelingt. Auch eine andere Thematik - das Verhalten der Menschheit in Extremsituationen - wird sehr gut herausgearbeitet. Dabei berührt Baxter auch ein sehr heißes Thema. Was macht man mit den vielen kranken (und damit nicht mehr wertvollen) Menschen auf der Erde bei Verknappung des Lebensraumes?

VOLKER PFAFFEN – ZUSAMMENBRUCH - DIE GUANGXI-PANDEMIE (2 Teile) 

                           

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Der Autor lässt in seinem Werk ein hochansteckendes Grippevirus über die Menschheit kommen, das diese schnell dezimiert und die Überlebenden in tödliche Kämpfe um die letzten Ressourcen stürzt.

Interessant ist, dass Pfaffen, der seine Geschichte 2016 / 2017 schrieb, in den ersten Kapiteln die Entstehung der Corona- Pandemie und deren Ausbreitung um die Welt nahezu 1 zu 1 vorhersagte, was dem Werk schon einen etwas gruseligen Anstrich verleiht. Der einzige Unterschied ist die unvergleichbar höhere Mortalität, mit dem das Virus im Roman aufwartet - nämlich mit einer Todesrate von etwa 30 bis 40 % (im Vergleich zur Corona- Pandemie, wo diese nach Streecks Heinsbergstudie bei etwa 0,4 % liegt und die für manche Länder berechneten 2 bis 3 % lediglich Ausdruck einer höheren Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen ist). 

Selbstverständlich sind dann auch die Folgen andere, denn wenn auch das medizinische Personal stirbt und die Arbeitswelt so stark betroffen ist, dass jeder Berufstätige entweder stirbt oder aus Angst vor Ansteckung nicht mehr auf Arbeit erscheint, gibt es weder eine mediziische Behandlung noch einen Nachschub an Produkten, noch kann die Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung gewährleistet werden. Was mit Plünderungen beginnt wächst sich daher schnell zu Mord und Totschlag aus.  

Pfaffen entwickelt in der Folge eine von Anfang bis Ende durchdachte und realistische Geschichte. 

8,5 von 10 Sternen:

 

FRANK SCHÄTZING – DER SCHWARM

                                                     

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios

 

Die Menschheit wird an verschiedenen Stellen der Welt zunehmenden Angriffen aus den Ozeanen ausgesetzt. Haben diese am Anfang noch Nadelstichformat, steigern diese sich im Verlaufe der Handlung, bis die Menschheit in ihrer Existenz bedroht ist. Den Wissenschaftlern wird klar, dass sie es mit einer unbekannten intelligenten Spezies zu tun haben. Soll man eine friedliche Koexistenz versuchen oder es auf einen Endkampf – die Anderen oder wir – ankommen lassen?

 

 

OLIVER PÄTZOLD – DIE LETZTEN (Zerfall, Verlust)                                     

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Durchweg spannender Endzeitthriller von Oliver Pätzold. Eine Pandemie rafft den Großteil der Menschheit dahin. Die Überlebenden kämpfen um die verbliebenen Ressourcen. Geschildert aus der Sicht einer überlebenden Familie und angesiedelt in Deutschland entwirft der Autor ein realistisches, brutales, Zukunftsszenario.

 

 

WILLIAM R. FORSTCHEN – ONE SECOND AFTER (Die Welt ohne Strom)                                                                       

 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch EMP- Angriff) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Von den bekannten dystopischen Romanen, in denen es um die Folgen einer Welt ohne Strom geht („Blackout“, „Rattentanz“ und „The End“) ist dieser Roman sicherlich der realistischste, wenngleich der Autor – typisch amerikanisch – mit etwas zu viel Pathos aufwartet. Ansonsten sind die wahrscheinlichen Folgen eines EMP- Angriffs durchdacht geschildert aus Sicht der Einwohner eines Provinzkaffs in North Dakota.

7,5 von 10 Sternen:

CORMAC MC CARTHY – DIE STRASSE                                                       

Thematik: Leben in einem dystopischen Szenario

 

Im preisgekrönten Buch „Die Straße“ schildert der Autor eine verstörende Dystopie. Ein Vater geht mit seinem Sohn eine Straße vom gebirgigen Norden in den an der Küste gelegenen Süden. Die Landschaft ist grau, der Himmel ist grau, es gibt keine Tiere mehr, Bäume und Pflanzen sind verbrannt oder verdorrt, Gebäude verlassen, zerstört, geplündert. Um etwas zu essen, muss man hoffen, noch irgendwo alte Konserven zu finden, die einzige Alternative: Kannibalismus.

 

An keiner Stelle beschreibt der Autor, wo oder wann das Szenario spielt. Irgendwann erwähnt er, dass es sich bei der Straße um einen alten Highway handelt. Der Autor beschreibt auch nicht, wie es zu diesem Szenario gekommen sein soll. Es geschieht auch nicht all zu viel in diesem Buch. Was bleibt ist die unglaubliche Düsternis der Szenerie und der Gedanke, dass genau diese Szenerie über kurz oder lang die Menschheit ereilen wird, wenn der Raubbau an unserem Planeten so fortschreitet wie bisher.

DAVID ARCHORD – ZOMBIE RULES                                                   

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Virusinfektion) und Leben in einer postapokalyptischen Zombiewelt

 

Eine Virusinfektion nie da gewesenen Ausmaßes rafft die Menschheit darnieder. Ein Teil stirbt, ein anderer verwandelt sich in Zombies. Der Autor schildert Einzelschicksale in einer postapokalyptischen Zombiewelt. Auch wenn die Zombies im wesentlichen genauso handeln wie es schon in unzähligen Büchern beschrieben wurde und diese auch nur auf typische Kopfschussweise ausgeschaltet werden können, ist die Geschichte des Autors durchaus kurzweilig und kreativ.

 

Der Autor schreibt zumeist aus der Ich- Erzählperspektive seines Hauptakteurs, wechselt aber gelegentlich in eine neutrale Erzählperspektive und ebenfalls gelegentlich in eine Ich-Erzählperspektive von Nebenfiguren, dabei teilweise rückwirkend, um die gleiche Situation aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. Der Spagat klappt aber nicht immer.

 

Das Werk hat kein Ende. Es ist offensichtlich auf mehrere Teile angelegt, erschienen in deutscher Sprache ist allerdings bislang nur dieser Teil.

 

G. MICHAEL HOPF – THE END (7 Teile)                                                     

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch EMP- Angriff) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Aufgrund eines EMP- Angriffes von unbekannter Herkunft steht die Menschheit in der nördlichen Hemisphäre von heute auf morgen ohne Strom und und ohne betriebsfähige Fahrzeuge da. Schnell kommt es zu Gewalt und Plünderung, da der moderne Mensch ohne Dienstleister kaum überlebensfähig ist.

 

Im chaotischen Kampf zwischen den Befürwortern des Wiederaufbaus der alten Gesellschaftsordnung, ausländischen Invasoren und den Verfechtern von Kleinstaaterei siedelt der Autor eine Heldengeschichte um einen unehrenhaft aus der Armee entlassenen Ex- Marine an, bestückt mit reichlich Pathos, aber durchaus gestrickt mit vielen Ideen und überraschenden Wendungen. Dabei outet sich der Autor als Fan der Kleinstaaterei.

Allerdings weist das Gesamtwerk auch erhebliche Mängel auf. So ist es schon etwas absurd, wenn der Auto sein Szenario beim Abfassen des ersten Teiles (2013) nur zwei Jahre in der Zukunft spielen lässt und – wohl überrascht vom Erfolg des Werkes – die letzten Teile dann in einer Vergangenheit spielen lassen muss, die es ja nachweislich nicht gegeben hat. Das war äußerst ungeschickt, aber sei es drum. Wesentlich negativer an dem Gesamtwerk ist, dass der Autor das Ende in wesentlichen Zügen schon eingangs vorwegnimmt nimmt und am Ende eines jeden Teiles und zu Beginn eines jeden neuen Teiles schon eine Arzt Kurzzusammenfassung des kommenden Teiles voranstellt.

 

 

STEPHEN KING – TODESMARSCH                                                        

Thematik: Leben in einem dystopischen Szenario

 

Stephen King hat dieses Buch unter dem Aliasnamen Richard Bachmann geschrieben. In einer kommenden Militärdiktatur ist der Großteil der Menschheit völlig verarmt. Einmal im Jahr findet ein vom Militär organisierter „Todesmarsch“ statt, bei dem es nur einen Sieger gibt, der fortan in Luxus lebt. Der Sieger ist der, der am längsten auf den Beinen bleibt. Alle, die das nicht schaffen, werden getötet, sofern sie nicht schon an Entkräftung sterben. Spannendes und erschreckendes Szenario, von King aus der Ich- Erzählperspektive geschrieben.

 

STEPHEN KING – MENSCHENJAGD

                                                   

Thematik: Leben in einem dystopischen Szenario

 

Stephen King hat auch dieses Buch - wie „Todesmarsch“ - unter dem Aliasnamen Richard Bachmann geschrieben. Auch hier findet die Handlung in einer völlig maroden Zukunft statt. Die Menschheit ist aufgrund von Wirtschaftskrisen verarmt. Fernsehsender veranstalten Spiele, in denen sich Kandidaten für eine Jagd auf sich selbst bewerben können. Der Kandidat kann kurz nach Spielbeginn von jedermann getötet werden. Je länger der Kandidat überlebt, um so mehr Geld bekommen seine Hinterbliebenen.

Spannendes Werk, das King in einer Zeit geschrieben hat, in der es nicht nur noch keine Handys gab, sondern selbst ein Festnetztelefonanruf nur über eine Vermittlungszentrale durchgestellt werden konnte. King lässt das Geschehen im Jahr 2025 spielen. Technischen Fortschritt bezüglich der Kommunikationsmittel hat er nicht ansatzweise vorhergesehen, sodass das Buch für den Leser von heute wie ein Bericht von einem anderen Planeten wirkt.

7 von 10 Sternen:

JD ALEXANDER – WEGE IN DIE HÖLLE (bisher 2 Teile)                                                                                           

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt

 

Zombieromane gibt es ja zuhauf. Der Autor bemüht sich redlich, ein etwas anderes Endzeitdrama zu schreiben. Nicht nur, dass die Infektion einmal nicht ihren Ausgangspunkt in den USA hat, sondern in Deutschland und man bis zum Stromausfall und dem Ende der Nachrichtenkommunikation nur Informationen über die Ausbreitung des Virus in Mitteleuropa erhält, verläuft die Infektion auch anders als in handelsüblichen Zombieromanen.

 

Spannend sind die ersten beiden Teile auf jeden Fall geschrieben, wenngleich der erste Teil dem zweiten überlegen ist. Der Aufbau ist für mich aber nicht ganz nachvollziehbar, wird im Teil 2 im kompletten ersten Drittel von Neuem begonnen und der Ausbruch der Infektion nochmal neu aus der Sicht von Gefängnisinsassen beschrieben, während im ersten Teil im wesentlichen nur die Erlebnisse einer Studenten-WG und eines im selben Hause wohnenden Ehepaares wiedergegeben werden. Besser wäre es gewesen, hätte der Autor die ersten beiden Teile von Anfang an ineinander verwoben.

 

Die Idee mit den eingestreuten Kurzgeschichten von Überlebenden und deren spektakulärem Tod durch Unfälle und Zufälle ist aus Stephen Kings "The Stand" geklaut. Das zeigt mir, dass der Autor Stephen King nacheifern will, wobei er an den großen Meister aber nicht heranreicht.

 

Aber wie gesagt: Insgesamt ganz OK. Ich würde auch zukünftige Fortsetzungen lesen.

 

 

JOHN CHRISTOPHER – TRIPODS (Die dreibeinigen Herrscher)                                                                 

Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Welt

 

Das Geschehen spielt im Jahre 2089. Die Menschheit ist weitgehend ausgelöscht, Städte sind verwüstet. Die wenigen noch lebenden Menschen vegetieren auf Mittelalterniveau dahin und werden von einer außerirdischen Zivilisation beherrscht, die sich mit großen, dreibeinigen Maschinen fortbewegen und den Menschen im Jugendalter ein Implantat in die Kopfhaut einbringen, das dafür sorgt, eigenes und selbständiges Denken zu unterdrücken, um so die Gefahr der Auflehnung zu eliminieren. Kann die Menschheit unter solchen Voraussetzungen einen Kampf gegen Außerirdische gewinnen.

Spannende und außergewöhnliche Geschichte, auch wenn mir die Fernsehserie besser gefallen hat, die leider nie zu Ende gedreht wurde.

 

MARC ELSBERG – BLACKOUT                                                                    

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios durch Stromausfall aufgrund Terroranschlag

 

Elsbergs Roman galt schon kurz nach seinem Erscheinen als Klassiker des dystopischen Romans, beschrieb er doch, wie mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln die gesellschaftliche Ordnung ausgehebelt werden kann. Nicht durch Bomben oder andere kriegerische Handlungen – nein durch simplen Stromausfall.

 

Im Gegensatz zu Michael Tietz „Rattentanz“ beschreibt Elsberg die Folgen im wesentlichen aus der Sicht der staatlichen Hoheitsträger und Technikexperten und geht auf die Folgen für die Bevölkerung nur oberflächlich ein. Insgesamt OK, mehr aber auch nicht. Zu dem Thema gibt es unterdessen Besseres auf dem Markt.

6,5 von 10 Sternen:

 

JENS BÜHLER – RESET                                                                        

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios durch Pandemie und außerirdische Intelligenz

 

Aufgrund einer künstlich hervorgerufenen Pandemie wird die Menschheit binnen kürzester Zeit darnieder gerafft. Die wenigen Überlebenden befinden sich in einem deutschen Hochsicherheitslabor oder sind auf dem Weg dorthin. Nur nimmt auch die Zahl der Überlebenden schnell rapide ab und muss sich einem noch größeren Feind aus dem Weltall stellen.

 

Am Anfang wird ein großer Spannungsbogen vom Autor aufgebaut. Mit dem Fortlauf der Geschichte werden die eingestreuten Ereignisse aber schon etwas obskur. Das Finale erinnert dann etwas an Liu Cixins Finale in der Trisolaris- Trilogie, wenngleich das Werk Bühlers nicht im Ansatz mit Cixins Geschichte mithalten kann.

 

Insgesamt ok – mehr aber auch nicht.

6 von 10 Sternen:

BENJAMIN KECK - DIE ERSTEN MONATE

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios (durch Virus)

 

Der Autor schildert ein Alternativszenario zur aktuellen Corona- Pandemie. Dabei schildert er den Beginn der Pandemie nahezu identisch zur Corona- Pandemie, selbst der Run auf das Klopapier wird nicht ausgespart.

 

Die Entwicklung der Infiziertenzahlen entspricht ebenfalls in etwa der Corona- Pandemie. Nur das Virus benennt der Autor um – in Dolores 19. Einziger relevanter Unterschied ist die erhöhte Fallsterblichkeit, die in Deutschland genauso wie in Österreich, wo der erste Teil der Geschichte spielt, etwa 1 % beträgt und im Roman ca. 10 %.

 

Nur verhalten sich die Menschen im Roman anders als in der Realität der Corona- Pandemie. Anstatt schön im Lockdown auf dem Sofa zu sitzen und Quacksalbern wie Karl Lauterbach zu lauschen, beginnen diese, Läden zu überfallen, zum Spaß Brände zu legen und sich gegenseitig umzubringen.

 

Die staatliche Ordnung ist sehr schnell völlig dahin, ohne dass dies im Hinblick auf die geschilderten Begleitumstände logisch erscheint. Denn dafür reichen die vom Autor benannten Infizierten- und Totenzahlen und die staatlichem Maßnahmen schlichtweg nicht aus. Insofern ist es auch unlogisch, wenn der Autor taggenau die Neuinfiziertenzahlen benennt, genauso wie die Zahl der Geheilten und am Virus Gestorbenen, wenn es gar keine staatliche Ordnung mehr gibt und es nicht erklärlich ist, wo die Statistiken herkommen sollen – zumal es ja offenbar mehr Tote durch Morde als durch das Virus gibt...

 

Er schickt in der Folge ein junges Pärchen gemeinsam mit einem Freund auf eine Reise nach Paris, bei der diese allerhand krude Erlebnisse haben.

 

Auf jeden Fall ist das Buch flüssig geschrieben und der Autor hat viele interessante Ideen, so dass das Buch auch nie langweilig wird. Aber es bleibt dabei: Die Geschehnisse drum herum passen nicht wirklich zur geschilderten Beeinträchtigung der Bevölkerung.

 

 

HEIKO KOHFINK - FUNGUSZYKLUS (Kollaps, Kontakt, Konflikt)

                                                                    

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch außerirdische Intelligenz) und Leben in einer postapokalyptischen Welt

 

Eine außerirdische Intelligenz, die schon bei der Entstehung der Erde auf diese kam und im Inneren der Erde schlummerte, hat die Schnauze voll von den Menschen und deren Umweltzerstörung. Sie plant daher, alle Menschen zu vernichten. Dummerweise sind ein paar wenige Menschen immun gegen eine Art Giftstaub, der die Menschheit komplett vernichten sollte.

 

Der Autor entwickelt in der Folge eine zwar sehr unterhaltsam geschriebene, aber leider auch völlig unglaubwürdige Geschichte mit Figuren, die dem „Herr der Ringe“ entsprungen sein könnten. Letztlich hat das Werk nur einen besseren Märchencharakter.

In den Folgebänden - nach dem Erstlingswerk "Kollaps" - lässt die Qualität weiter nach.  

JOSE SARAMAGO – DIE STADT DER BLINDEN

                                     

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios

 

"Die Stadt der Blinden" des Literaturnobelpreisträgers Jose Saramago ist eine gesellschaftskritische Sozialstudio in Romanform gegossen. Er beschreibt ein Horrorszenario für den Fall, dass die soziale Ordnung, so wie wir sie kennen und auf die wir uns tagtäglich einstellen, zusammenbricht, weil die Menschen aus unbekannten Gründen erblinden.

Der Schreibstil ist dabei genauso gewöhnungsbedürftig wie das Buch im Allgemeinen, wobei das Werk auch unlogische Elemente enthält, insbesondere dadurch, dass das Geschehen in nur einer Stadt spielt, ohne dass es zu Kontakten zur Umgebung kommt.

LIZ JENSEN – ENDZEIT                                                                             

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios

 

Liz Jensen zeichnet eine von Umweltzerstörung und Klimakatastrophe geprägte Welt, wie sie uns in nicht all zu ferner Zukunft erwarten wird. Ein Mädchen hat Visionen und sagt weitere Katastrophen voraus bis hin zur größten, seit die Spezies Mensch den Planeten beehrt. Leider mit etwas zu viel religiösem Firlefanz versehen. Zudem etwas zu viel aus Frank Schätzings „Der Schwarm“ geklaut. Ansonsten durchaus lesbar.

MIRA GRANT – FEED VIRUSZONE

                                                          

Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Zombiewelt

 

Das Werk spielt in einer postapokalyptischen Welt, nachdem künstlich hergestellte Viren aus einem Labor entwichen sind, sodass ein neuer Krankheitserreger entstand, der die Sterbenden zu Zombies verwandelte. Im Buch geht es im Prinzip um einen Kriminalfall in diesem postapokalyptischen Szenario, bei dem schnell klar wird, dass hochrangige politische Kreise in ein Mordkomplott verstrickt sind und eine Gruppe von Internetbloggern der Aufklärung des Falles immer näher kommen. Nichts weltbewegendes, aber ganz ok.

5,5 von 10 Sternen:

 

NEAL und JARROD SHUSTERMAN – DRY

 

Thematik: Entstehung eines dystopischen Szenarios (durch Wassermangel)

 

Von heute auf morgen gibt es in Südkalifonien kein Wasser mehr. Die Menschen werden schnell zu Tieren. Jeder ist sich selbst der nächste. Um zu einer Flasche Wasser zu kommen, schreckt man auch nicht vor einem Mord zurück.

 

Das ist der Ausgangspunkt des dystopischen Romans des Autorenteams. Diese schildern sodann eine Geschichte um ein Gruppe Jugendlicher, die sich aufmachen, um Wasser zu finden. Der Roman ist durchaus spannend geschrieben, aber leider mit viel Unlogik gepaart. Selbst in Zeiten der Klimaerwärmung ist ein Geschehen, dass von heute auf morgen plötzlich alle Flüsse des Landes ausgetrocknet sind, reichlich bizarr und auch die Handlungen der handelnden Personen, mit dem Auto in Südkalifornien hin und her zu fahren, anstatt einfach nach Osten in die Berge, wo sich die Problematik des Wassermangels nicht gestellt hätte, sorgte zumindest bei mir nur für Kopfschütteln.

5 von 10 Sternen:

 

COOKIE ELLERDAHL – DER RASMUS- EFFEKT                                               

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie)

 

Sehr durchwachsener Pandemiethriller, dessen Inhalt sich doch recht stark an der Passage- Trilogie von Justin Cronin orientiert, teilweise sogar Formulierungen aus dem Werk übernimmt, aber nicht einmal ansatzweise mit Cronins Werk mithalten kann. OK, die Virusbefallenen reagieren etwas anders als in handelsüblichen Zombiegeschichten, ansonsten ist das Buch aber allenfalls Durchschnitt. Es weist auch viele Logikfehler auf. 

PIERRE BOULLE – PLANET DER AFFEN                                                          

Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Es fällt schwer, dieses Buch als klassischen Endzeitroman einzuordnen. Denn mit dem überragenden Film „Planet der Affen“, mit Charlton Heston in der Hauptrolle (aus dem Jahre 1968), in dem ein klassisches postapokalyptisches Szenario geschildert wird, hat die Romanvorlage nur die Grundidee gemein – nämlich dass die Erde in der Zukunft von intelligenten Affen bevölkert ist und die Menschen als deren Sklaven und Versuchsobjekte herhalten.

Während dessen im Originalfilm aufgeklärt wird, dass sich die Menschheit selbst vernichtet hat – durch Atomschläge – bleibt im Buch von Pierre Boulle ungeklärt, wie die Affen auf der Erde die Oberhand übernehmen konnten. Am Buch von Boulle ist lediglich die Grundidee faszinierend, die Umsetzung ist recht dürftig.

Die Neuverfilmung von „Planet der Affen“ aus dem Jahre 2001 lehnt sich mehr an die Buchvorlage an, fällt allerdings um Längen hinter die Qualität der Verfilmung mit Charlton Heston zurück.

 

 

THARIOT – YELLOWSTONE (Die letzte Verschwörung)                                                                                           

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Asteroideneinschlag)

 

Ein gewaltiger Asteroid ist auf Kollisionskurs mit der Erde. In 7 Jahren soll es soweit sein. Das ist der Ausgangspunkt des Romans von Thariot.

 

In der Folge entwickelt der Autor dann einen Thriller, in dem verschiedene Gruppen versuchen, die Tochter der Person zu entführen, die Archen für reiche Rettungswillige entwickelt. Von irgendwelchen Vorbereitungen oder Abwehrhandlungen gegen das drohende Zerstörungsszenario erfährt man nur am Rande. Die Versuche, den Asteroid abzulenken, scheinen eher stümperhaft zu sein. Am Ende laufen dann zwar verschiedene Handlungsstränge zusammen, aber wirklich überzeugend ist das Werk nicht.

 

 

Auf was man gut und gern verzichten kann:

 

von 10 Sternen:

 

CHRISTIAN SCHELLER – UNBEWOHNTES LAND                                                           

Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Die Geschichte beginnt furios: Durch einen Meteoriteneinschlag gelangt ein Virus auf die Erde, dass die Menschheit und andere Säugetiere schnell dahinrafft. Alles was man anfasst, könnte kontaminiert sein. Nur mit Meerwasser lassen sich Gegenstände dekontaminieren.

 

Der Hauptprotagonist, ein junger Deutscher, überlebt das Szenario. Als er dann plötzlich in Vietnam ist, ohne dass in irgendeiner Weise erklärt wird, wie und warum er dahin gelangt, verflacht die Handlung immer mehr. Mit ein paar anderen Überlebenden schlägt er sich so durch, bis die Gruppe eine autarke Gemeinschaft findet, in der alle unterkommen und fortan ein Bauern- und Fischerleben führen. Die letzten 2/3 des Buches erzählen dann auch nur noch von dem Leben in der Gemeinschaft, ohne das irgend etwas besonderes passiert oder gar Spannung aufkommt. Hierfür hätte es keiner dystopischen Grundlage bedurft. Die Handlung hätte so theoretisch überall spielen können, wo sich Menschen von der Gemeinschaft absondern. Insofern ergibt das ganze Werk nicht wirklich Sinn.

von 10 Sternen:

DMITRY GLUKHOVSKY – METRO- TRILOGIE (Metro 2033, Metro 2034, Metro 2035)                                                           

 

Thematik: Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Wie die SILO- Trilogie spielt die Geschichte komplett unterirdisch (von kurzen Abstechern an die Oberfläche der Erde abgesehen) in der Moskauer Metro, nachdem die Welt zerbombt und verstrahlt in Schutt und Asche liegt. Auch wenn der Autor einige interessante Ideen entwickelte, bin ich mit diesem Werk nicht wirklich warm geworden. Weiterempfehlen kann ich es jedenfalls nicht.

von 10 Sternen:

 

JOSHUA TREE – VERNICHTUNG (3 Bände)                                

 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch außerirdische Intelligenz) und Leben in einer postapokalyptischen Welt

 

Mein erster Versuch mit diesem Autor, der mit Realnamen Benjamin Krämer heißt, wird sicher auch der letzte sein. Ist der erste Teil, in dem ausgerechnet in unserem Sonnensystem zwei verfeindete superintelligente außerirdische Zivilisationen eine Schlacht gegeneinander austragen, sodass es vom Himmel Raumschiff- Trümmersteile regnet, im Hinblick auf eine irgendwie geartete Logik schon hart an der Grenze des Zumutbaren, ist der 2. Teil haarsträubender Nonsens.

 

Wer sich diesen Nonsens antun möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen.

 

Nur weil das Militär einen einzigen Außerirdischen bergen konnte, geht eine der Superintelligenzen eine Allianz mit der Menschheit ein.

 

Die EU- Vertreter erklären sich kurzerhand für allmächtig und verpflichten alle Menschen, nur noch für das Militär zu arbeiten. Die Federführung geht natürlich von Deutschland aus.

 

Wie aus dem Nichts bauen den Menschen ein Wurmloch, sodass das Militär unter Federführung der Bundeswehr am anderen Ende der Galaxie auf Wunsch der neuen Verbündeten gegen andere verfeindete Außerirdische kämpft.

 

Die „dummen“ Russen wollen nicht mitspielen und klauen der EU den Außerirdischen.

Ein paar Elitekämpfer sollen ihn zurückholen. Klar, dass das für eine Handvoll deutscher Elitekämpfer kein großes Problem darstellt. Nur ist der Außerirdische doch nicht tot und spaziert einfach weg.

 

Was für ein unglaublicher Käse. Das ganze hat das Niveau eines Schülerromans und selbst ein Schüler würde mit so etwas schwer auf ein bestanden kommen können.

 

JOHN W. VANCE – QUARANTÄNE, AUSROTTUNG, VERNICHTUNG (3 Bände)                                                                 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios (durch Pandemie) und Leben in einer postapokalyptischen Welt (ohne Zombies)

 

Der Versuch des Autors, ein bisschen bei „The Stand“ abzukupfern und einen eigenen Endzeitthriller zu schreiben, ging grandios daneben. Die Handlungsstränge sind unlogisch, die ganze Story ist völlig hanebüchen, der Schreibstil eine Katastrophe. Selten zuvor so einen Müll gelesen. Habe bei Band 1 fast 80 % durchgehalten, immer in der Hoffnung, dass noch irgendwas an dem Roman besser wird, aber vergebens.

 

MAX BROOKS – OPERATION ZOMBIE (Wer länger lebt, ist später tot) 

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Zombie- Szenarios

 

Der Versuch des Autors, in Form von Interviews mit Zeitzeugen einer Zombieapokalypse eine Geschichte zu schreiben, ging gründlich daneben. Mieser Stil, völlig phantasielos und todlangweilig – nur so kann man dieses Machwerk beschreiben. Ich wollte mir das Werk als Hörbuch gönnen. Aber selbst die geniale Stimme von David Nathan (der Sprecher der Stephen King- Bücher) konnte nicht verhindern, dass ich nach etwas mehr als 1/3 des Buches abschalten musste. Ich konnte diesen Nonsens einfach nicht mehr ertragen.

 

 

S. JONATHAN DAVIS – 900 MEILEN

                                                                        

Thematik: Entstehung eines apokalyptischen Szenarios und Leben in einer postapokalyptischen Zombiewelt

 

Es gibt gute und schlechte Endzeitromane. Dieser gehört zur letzteren Sorte. Ein Anwalt wird plötzlich am Mittagstisch zum Zombie, schon kurz darauf liegt die Welt im argen. Die ganze Story ist völlig hirnlos. Es fehlt jedweder Tiefgang. Der Schreibstil ist miserabel. Ein platter Hauptsatz reiht sich an den nächsten. Wenn ein Amazon- Rezensent, der diesem Werk eine gute Bewertung gegeben hat, dazu ausführt, dass durch diese Satzgestaltung und Erzählweise der Autor den Leser nicht unnötig verwirrt, weiß man, an welches Publikum das Buch gerichtet ist.

So einen Müll kann in der Tat jeder Hilfsschüler zusammenschustern. Um es mit den Worten eines Amazon- Rezensenten auszudrücken, der dem Werk eine negative Bewertung gab: „Dieser "Roman" ist wirklich das langweiligste, einfältigste und dümmste Buch, welches ich seit Jahren gelesen habe.“ Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.