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Auf der Seite "Schlupfwespen (Ichneumonidae)" zeige ich von mir aufgenommene Fotos von Schlupfwespen, der vermutlich artenreichsten Ordnung der Hautflügler, die zur Unterordnung der Taillenwespen (Apocrita) gehören. 

Die verschiedenen Arten werden alphabetisch - ausgehend von der lateinischen Artbezeichnung - innerhalb der jeweiligen Unterfamilien dargstellt.

Sofern es einen deutschen Artnamen gibt steht dieser in Klammern dazu. Wenn nur die Gattungsbestimmung möglich ist, wird diese mit Sp. dargestellt. 

Zu jeder Art gibt es ein paar kurze Informationen zur Biologie, soweit es hierzu verfügbare Informationen gibt.  
 
Die Bestimmungen erfolgten teilweise auf der Facebookseite: "European Ichneumonidea", überwiegend aber durch den Schlupfwespenexperten Heinz Schnee. 

Ansonsten kann ich als weiterführende Literatur Folgendes empfehlen: 


- die umfassende Seite von Andreas Haselböck mit dem Titel: Naturspaziergang

Vorwort:


Die Familie der Schlupfwespen ist die artenreichste Familie der Hautflügler. Weltweit werden 30.000 Arten beschrieben, weitere ca. 30.000 bisher unbekannte Arten werden vermutet. Allein in Deutschland sollen ca. 3.600 Arten vorkommen, die wohl zu den am wenigsten erforschtesten Wespenarten gehört. Die meisten Arten sind anhand von Fotos nicht zu unterscheiden, selbst die Bestimmung der Gattung gelingt nur gelegentlich. Bestimmungsanfragen auf verschiedenen Expertenforen bleiben fast immer unbeantwortet, da sich mit dieser Wespenfamilie kaum jemand ernsthaft beschäftigt.  

Gemein ist allen Schlupfwespenarten, dass diese sich dergestalt fortpflanzen, in dem diese andere Insekten (Imagines oder deren Larven) parasitieren, also ihre Eier in die Wirte einbringen, die geschlüpften Larven fressen das Insekt dann von innen her auf. Die Parasitierungsrate der Wirtsarten kann im Freiland 50 bis 80 % betragen, bei Massenentwicklung der Wirtsart bis zu 90 %. Insofern sind Schlupfwespen die für den Menschen wohl wichtigsten natürlichen Schädlingsbekämpfer, da die Populationsdichte sogenannter Schadinsekten auf natürliche Weise eingeschränkt wird.

Bisher gibt es folgende Arten zu sehen:

Unterfamilie: ACAENITINAE

Acaenitinae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 29 Gattungen mit ca. 300 Arten bekannt. In Deutschland sind 15 Arten in 7 Gattungen nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren Käferlarven.

COLEOCENTRUS EXCITATOR

COLEOCENTRUS EXCITATOR

Coleocentrus excitator besiedelt lichte Wälder und deren Ränder, dabei sowohl im Flachland als auch im Gebirge. Die Art besiedelt Europa naheu flächendeckend. In Asien reicht die Verbreitung bis nach China.

Weibchen parasitieren die Larven verschiedener Bockkäferarten. Als Wirtsarten sind u.a. der Mulmbock, der Rothalsbock und der Gelbbindige Zangenbock bekannt. Imagines fliegen in der Zeit von April bis August mit Höhepunkt im Mai und Juni.

110wx - Coleocentrus excitator - 24-05-25 - Steichen.jpg

Foto: (m) Schönteichen, Sachsen, Mai 2025

Foto: (w), Tiefenau, Sachsen, Juni 2025

Unterfamilie: ANOMALONINAE

Anomaloninae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 45 Gattungen mit ca. 760 Arten bekannt. In Deutschland sind 57 Arten in 17 Gattungen nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren teilweise Käferlarven, teilweise Schmettlerlingsraupen (bevorzugt werden dabei Spanner-, Wickler- und Eulenfalterraupen).

APHANISTES Cf. KLUGII

APHANISTES Cf. KLUGII

Aphanistes klugii ist eine selten gesichtete Schlupfwespenart, die aber in verschiedenen europäischen Ländern nachgewiesen wurde. Die Art bewohnt lichte Wälder und deren Ränder. 

Weibchen der Art parasitieren Schmetterlingsraupen, vermutlich u.a. die Raupen von Eulenfaltern wie dies für Aphanistes gliscens bekannt ist. Das Wirtsspektrum ist aber nicht bekannt. Die wenigen Fundmeldungen der Art stammen aus dem Zeitfenster von Juni bis September.
 

321wx - Habronyx heros - 23.09.2022 - Halbendorf (3 von 1).jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, September 2022

320wx - Habronyx heros  - 23.09.2022 - Halbendorf (3 von 1).jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, September 2022

ERIGORGUS LEUCOPUS

ERIGORGUS LEUCOPUS

Erigorgus leucopus ist eine selten beobachtete Schlupfwespenart aus der Gattung Erigorgus, zu der wenig bekannt ist. Die Arten der Gattung Erigorgus besiedeln lichte Wälder und deren Ränder. Sie parasitieren Raupen und Puppen verschiedener Eulenfalter, aber auch von Augenfaltern (u.a. die des Großen Ochsenauge und des Schachbrettfalters).

681wx - Erigorgus cf. leucopus - 26.04.2024 - Tiefenau (3 von 1).jpg

Foto: Tiefenau, Sachsen, April 2024

101wx - Erigorgus leucopus - 04.05.2025 - Röderaue.jpg

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai 2025

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai 2025

THERION CIRCUMFLEXUM

THERION CIRCUMFLEXUM

Therion circumflexum ist eine in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitete Schlupfwespenart aus der Gattung Therion. Diese besiedelt lichte Wälder, Waldwege, Waldränder und sonstige gebüschreiche Areale.

Wirtsarten sind u.a. Schwärmerraupen. Von den Weibchen der parasitär lebenden Art wird mit dem Legebohrer eine Ei in die Raupe gestochen, die geschlüpfte Larve ernährt sich vom Gewebe des Wirtes, frisst die Schmetterlingsraupe von innen her auf und verpuppt sich außerhalb der leeren Raupenhülle. Imagines können in Mitteleuropa von Mai bis Oktober beobachtet werden, mit Höhepunkt im Juni und Juli. Ich konnte die Art sehr oft entlang der Wanderwege in den Nadelwäldern des Erzgebirges im Juli sehen. 

630wx - Therion circumflexum - 09-08-2024 - DESL.jpg

Foto: (w) Osterzgebirge, Sachsen, August 2024

TRICHOMMA FULVIDENS

TRICHOMMA FULVIDENS

Trichomma fulvidens ist eine in Mittel-, West- und Nordeuropa nachgewiesene Schlupfwespenart. Weibchen der Art parasitieren Eulenfalterraupen (Beobachtungen des Entomologen Heinz Schnee). Mit dem Legestachel wird eine Ei in die Raupe gestochen, die geschlüpfte Larve ernährt sich vom Gewebe des Wirtes. Mir ist es gelungen, den Anstechvorgang fotografisch festzuhalten. Der Wirt ist im vorliegenden Fall Noctua fimbriata (Bunte Bandeule, teilweise auch Große Bandeule genannt). Imagines können in Mitteleuropa von März bis Juni beobachtet werden.  

600wx - Trichomma fulvidens - 05.04.2024 - Großharthau (3 von 1).jpg

Foto: (w) Großharthau, Sachsen, April 2024

Unterfamilie: BANCHINAE

Banchinae ist eine artenreiche Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 65 Gattungen mit ca. 1.700 Arten bekannt. In Deutschland sind 178 Arten in 18 Gattungen nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren Schmetterlingsraupen von Nachtfaltern.

Banchus crefeldensis

BANCHUS CREFELDENSIS

Banchus crefeldensis ist eine in Eurpa weit verbreitete Schlupfwespenart. Diese besiedelt Kiefernwälder, wo die Art Schmetterlingsraupen der Art Kieferneule parasitiert. Die Flugzeit der Art entspricht der Larvenzeit der Wirtsart - mithin von Ende April bis August. 

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, April 2023

Lissonata sp

LISSONOTA SP.

Lissonota ist eine Gattung der Schlupfwespen mit vielen ähnlich aussehenden Arten, die anhand von Fotos meist nicht näher bestimmbar sind. Die Arten dieser Gattung parasitieren Raupen verschiedener Schmetterlingsarten.

330wx - Lissonota sp - 10-05-25 - Bielatal7.jpg

Foto: Bielatal, Sachsen, Mai 2025

Unterfamilie: CAMPOPLEGINAE

Campopleginae ist eine artenreiche Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 66 Gattungen mit ca. 1.700 Arten bekannt. In Deutschland sind 498 Arten in 37 Gattungen nachgewiesen.

Manche Arten dieser Gattungen parasitieren Schmetterlingsraupen, andere die Larven von Käfern, Blattwespen, Köcherfliegen oder auch Kamelhalsfliegen. 

Dusona Sp.

DUSONA SP.

Dusona ist eine Schlupfwespengattung aus der Unterfamilie der Campopleginae. Arten der Gattung parasitieren die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten.

140wx - Dusona sp. - 16-05-25 - Bielatal7.jpg

Foto: Bielatal, Sachsen, Mai 2025

Dusona anceps

DUSONA ANCEPS

Die Art besiedelt Waldränder, lichte Wälder und Heckenbiotope. Sie parasitiert Spannerraupen. Die Flugzeit der Art erstreckt sich von Mai bis Oktober. 

001wx - Dusona anceps m - 04.05.2025 - Röderaue.jpg

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai 2025

Unterfamilie: CRYPTINAE

Cryptinae ist eine der artenreichsten Unterfamilien der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 275 Gattungen mit ca. 3.100 Arten bekannt. In Deutschland sind 215 Arten nachgewiesen.

Das Wirtspektrum der verchiedenen Arten dieser Gattungen ist vielfältig. Manche Arten parasitieren Schmetterlingsraupen, andere Schmetterlingspuppen, wieder andere die Larven von Käfern, Zweiflüglern und Hautflüglern. Auch kokonähnliche Eisäcke von Spinnen können zur Entwicklung der Cryptinae dienen. 

ARITRANIS DIRECTOR

ARITRANIS DIRECTOR

Aritranis director ist in ganz Europa verbreitet, in Asien reicht die Verbreitung bis China, auch Nordamerika wird von der besiedelt. Die Art bewohnt Waldränder, Heidelandschaften, Moore und sumpfige Areale. Die Weibchen der Art parasitieren Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, u.a. die des Eichenspinners, des Holunderzünslers und des Sumpfhornklee-Widderchens. Die Flugzeit der Art erstreckt sich vom Mai bis August mit Höhepunkt im Juni. 

300wx - Aritranis director - 17-05-25 - Ockrilla.jpg

Foto: Ockrilla, Sachsen, Mai 2025

Foto: Ockrilla, Sachsen, Mai 2025

CRYPTUS SP.

CRYPTUS SP.

Die Gattung Cryptus mit 182 beschriebenen Arten hat ein breitgefächertes Wirtsspektrum. Zu den Wirten gehören nicht nur die Schmetterlingsraupen von verschiedenen Eulenfalter-, Spanner-, Wickler- und Zünslerarten, sondern auch Bockkäferlarven.

250wx - Cryptus sp. - Spreewiese - 29.10.22  (3 von 1).jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Oktober 2022

CRYPTUS ARMATOR

Cryptus armator

Cryptus armator ist in Europa weit verbreitet. Die fliegt im Zeitraum von April bis September. Parasitiert werden die Raupen von Nachfaltern.

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai 2025

150wx - Cryptus armator - 17-08-25 -  Tiefenau.jpg

Foto: Tiefenau, Sachsen, August 2025

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai  2025

ECHTHRUS RELUCTATOR

ECHTHRUS RELUCTATOR

Echthrus reluctator ist in Europa und Asien (bis nach China) weit verbreitet. Die Art besiedelt lichte Wälder mit Totholzanteilen. Weibchen parasitieren die Larven von Bock- und Prachtkäfern. Diese spüren die Wirtslarven mit Hilfe der Fühler unter der Borke abgestorbener Bäume auf und platzieren ein Ei in die Käferlarve. Die Schlupfwespenlarve verzehrt ihren Wirt. Adulte Tiere sind von April bis Juni zu sehen. 

240wx - Echthrus reluctator - 25.04.2025 - Spremberg HW.jpg

Foto: Spremberg, Brandenburg, April 2025

POLYTRIBAX PERSPICILLATOR

POLYTRIBAX PERSPICILLATOR

Diese Art wird selten gesehen, scheint aber in weiten Teilen Europas verbreitet zu sein. Sie besiedelt Waldränder, lichte Wälder und gebüschreiche Areale. Parasitiert werden Raupen von Nachtfaltern. Nachgewiesen ist die Parasitierung der Raupen des Kiefernschwärmers. Adulte Tiere sind von April bis September zu sehen.

150wx - Polytribax perpicillator - 11-05-25 - Neschwitz.jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Mai 2025

Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai  2025

Unterfamilie: ICHNEUMONINAE

Ichneumoninae ist eine der artenreichsten Unterfamilien der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 438 Gattungen mit ca. 4.300 Arten bekannt. In Deutschland sind 640 Arten nachgewiesen.

Die Arten dieser Unterfamilie parasitieren ausschließlich die Raupen oder Puppen von Schmetterlingen.  

AMBLYJOPPA FUSCIPENNIS

AMBLYJOPPA FUSCIPENNIS

Die Art ist in Europa weit verbreitet. In Asien reichen die Nachweis bis nach Kasachstan. Die Art besiedelt bevorzugt Heckenbiotope. Sie parasitiert Schwärmerraupen (u.a. die des Ligusterschwärmers, des Taubenschwänzchens und des Totenkopfschwärmers). Die Weibchen belegen die Wirtsart mit einem Ei. Die geschlüpfte Larve entwickelt sich im Wirt und verpuppt sich innerhalb der Wirtspuppe, in der sie auch überwintert. Die Imagines schlüpfen dann im Spätfrühjahr. Die Art fliegt von Mai bis August / September mit Höhepunkt im Juli.

150wx - Amblyjoppa fuscipennis - 07.07.2023 - Kalinovik (3 von 1).jpg

Foto: Kalinovik, Bosnien & Herzegowina, Juli 2023

Gelbe Schlupfwespe

AMBLYTELES ARMATORIUS (Gelbe Schlupfwespe)

Die Gelbe Schlupfwespe gehört zu den häufigsten Schlupfwespenarten. Sie kommt mit Ausnahme des äußersten Norden Skandinaviens in ganz Europa vor, zudem wird Vorderasien und auch Nordamerika von der Art besiedelt. Die Art bewohnt Waldlichtungen, Waldränder und Heidelandschaften. Sie parasitiert Eulenfalterraupen. Die Art erscheint im Mai, hält im Sommer Diapause und erscheint im Herbst wieder, wo die Wirtstiere parasitiert werden, die von den Larven der Schlupfwespe verzehrt werden. Diese verpuppt sich in der leeren Raupenhülle und im Folgejahr schlüpfen dann die Imagines.

200wx - Amblyteles armatorius - Gelbe Schlupfwespe w  - Dauban - 19.09.2021 (1 von 1).jpg

Foto: (w) Oberlausitz, Sachsen, September 2021

Foto: (w) Oberlausitz, Sachsen, Oktober 2022

201wx -  Amblyteles armatorius - Gelbe Schlupfwespe w - Dauban - 19.09.2021 (1 von 1).jpg

Foto: (m) Oberlausitz, Sachsen, September 2021

Coelichneumon Sp.

COELICHNEUMON SP.

Coelichneumon ist eine Schlupfwespengattung aus der Unterfamilie der Ichneumoninae. Die Arten der Gattung sind anhand von Bildern nur selten zu unterscheiden. Weibchen der Gattung parasitieren die Raupen verschiedener Nachtfalterarten. Imagines fliegen in der Zeit von April bis Oktober.

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Foto: (w) Weinböhla, Sachsen, Juni 2025

CRATICHNEUMON CORUSCATOR

CRATICHNEUMON CORUSCATOR

Cratichneumon coruscator kommt in Europa vorwiegend in Ost- und Mitteleuropa vor, Nachweise der Art gibt es aber auch von der Insel Korsika. Die Asien reicht die Verbreitung mindestens bis zum Kaukasus und den Iran. Die Art besiedelt lichte Nadelwälder und deren Ränder. Weibchen parasitieren Puppen verschiedene Eulenfalter. Als Wirtsart ist die Kieferneule bekannt. Imagines fliegen in der Zeit von Mai bis Anfang September.

120wx - Cratichneumon coruscator - 13.07.2024 - Brischko (3 von 1).jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Juli 2024

CRATICHNEUMON RUFIFRONS

CRATICHNEUMON RUFIFRONS

Cratichneumon rufifrons ist eine selten beobachtete Schlupfwespenart. Einer der weniger Artnachweise stammt aber ausgerechnet aus Island. Die Art besiedelt Wälder und deren Ränder. Weibchen parasitieren Puppen verschiedene Eulenfalter. Imagines fliegen in der Zeit von Mai bis September.

190wx - Cratichneumon rufifrons - 11-05-25 - Neschwitz.jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Juli 2024

CRATICHNEUMON VERSATOR

CRATICHNEUMON VERSATOR

Cratichneumon versator ist eine selten beobachtete Schlupfwespenart. Die wenigen Artnachweise stammen dabei aus Mittel-, West- und Nordeuropa. Die Art besiedelt lichte Wälder und deren Ränder. Weibchen parasitieren Puppen verschiedene Eulenfalter. Imagines fliegen in der Zeit von April bis Anfang September.

Foto: Oberlausitz, Sachsen, April 2025

DENTILABUS VARIEGATUS

Dentilabus variegatus

Dentilabus variegatus ist eine selten beobachtete Schlupfwespenart, die sowohl in Europa als auch in Asien gesichtet wurde. Zum Wirtsspektrum ist nichts bekannt. Da aber alle bekannten Arten der Unterfamilie der Ichneumoninae auuschließlich Schmetteringsraupen oder -puppen parasitieren, ist zu erwarten, dass es bei dieser Art genau so ist. 

Foto: Brauna, Sachsen, Oktober 2024

Foto: Brauna, Sachsen, Oktober 2024

DIPHYUS AMATORIUS

DIPHYUS AMATORIUS

Diphyus amatorius ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Asien bis nach China vor. Die Art besiedelt lichte Wälder und Waldränder. Weibchen parasitieren verschiedene Eulenfalter- und Spannerraupen. Die Beobachtungen der Art stammen nach inaturalist aus den Zeiträumen März bis April und Juni bis Oktober.

921wx - Diphyus amatorius - Müglitz - 12.08.2023 (3 von 1).jpg

Foto: Osterzgebirge Sachsen, August 2023

Foto: Osterzgebirge Sachsen, August 2023

DIPHYUS PALLIATORIUS

DIPHYUS PALLIATORIUS

Diphyus palliatorius ist in Europa weit verbreitet, wird aber selten nachgewiesen. Die östliche Verbreitung reicht mindestens bis Vorderasien. Die Art besiedelt verschiedene Lebensräume. Weibchen parasitieren Raupen verschiedenster Schmetterlingsarten. Nachweise gibt es u.a. für eine Vielzahl von Eulenfalterarten, zudem für den Kiefernschwärmer, aber auch für Edelfalter, wie den Kleinen Fuchs und den Admiral. Imagines fliegen von Mitte Mai bis Mitte September.

200wx - Diphyus palliatorius - 31.08.2024 - Tiefenau.jpg

Foto: Tiefenau, Sachsen, August 2024

DIPHYUS QUADRIPUNCTORIUS (Vierfleck-Höhlenschlupfwespe)

DIPHYUS QUADRIPUNCTORIUS

Die Vierfleck-Höhlenschlupfwespe gehört zu den häufigsten Schlupfwespenarten. Sie ist in ganz Europa verbreitet, zudem in Nordafrika, in Asien bis in die Mongolei, China und Thailand. Die Art parasitiert Schmetterlingsraupen (u.a. die des Großen und Kleinen Frostspanners und Eichenwicklers), wobei pro Schmetterlingsraupe ein Ei abgelegt wird. Die Larven schlüpfen erst nach Verpuppung der Raupe und fressen ihren Wirt im Kokon auf. Die Schmetterlingspuppe wird als ausgewachsene Schlupfwespe verlassen. Adulte Tiere fliegen von März bis August. Nach der Paarung im Sommer sterben die Männchen, die befruchteten Weibchen überwintern in Gruppen in Höhlen, Felsspalten und Stollen. Die Schmetterlingsraupen werden im Frühjahr parasitiert.  

230wx - Diphyus quadripunctorius - 17.03.2024 - Lauchhammer (3 von 1).jpg

Foto: (w) Naturpark Niederlausitz, Brandenburg, März 2024

500wx - Diphyus quadripunctorius (male) - 19.07.2024 - Deutscheinsiedel (3 von 1).jpg

Fotos: (m) Osterzgebirge Sachsen, Juli 2024

Fotos: (m) Osterzgebirge Sachsen, Juli 2024

EUTANYACRA CRISPATORIA

EUTANYACRA CRISPATORIA

Eutanyacra crisptoria kommt in Europa in West-, Mittel- und Südosteuropa vor, in Asien reicht die Verbreitung zumindest bis Vorderasien. Die Art besiedelt bevorzugt mit Kiefern und Birken bestandene lichte Wälder und deren Ränder. Sie parasitiert die Raupen verschiedener Eulenfalter (u.a. Getreide-Halmeule - Mesapamea secalis) und Spanner (u.a. Violettgrauer Eckflügelspanner - Semiothisa liturata). Imagines wurden in Mitteleuropa in der Zeit von Februar bis Mai und von August bis November gesichtet.

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Foto: Lomnitz, Sachsen, August 2022

ICHNEUMON SP.

ICHNEUMON SP. 

Ichneumon ist eine Gattung der Schlupfwespen mit vielen ähnlich aussehenden Arten, die anhand von Fotos oft nicht näher bestimmbar sind.

Foto: Dubringer Moor, Sachsen, August 2025

522a - Ichneumon sp. - 21.04.2024 - Heidehäuser (3 von 1).jpg

Fotos: Heidehäuser, Sachsen, April 2024

100wx - Alomya semiflava (Schlupfwespe) - Altenberg - 04.09.2021 (1 von 1).jpg

Foto: Osterzgebirge, Sachsen, September 2021

OPHELTES GLAUCOPTERUS

OPHELTES GLAUCOPTERUS

Opheltes glaucopterus gehört zu den häufigsten Schlupfwespenarten. Die Art besiedelt Europa weitgehend, zudem auch Asien bis nach Japan und weite Teile Nordamerikas und kommt in lichten Wäldern, an Waldrändern und in sonstigen gebüschreichen Arealen vor. Weibchen der Art parasitieren die Larven der Blattwespengattung Cimbex. Imagines können von Juni bis Oktober gesehen werden. 

400wx - Opheltes glaucopterus  - 02.07.2022 - Hohenleipisch (1 von 1).jpg

Foto: Naturpark Niederlausitz, Brandenburg, Juli 2022

PROTICHNEUMON SP.

PROTICHNEUMON SP.

Die Gattung Protichneumon parasitiert die Raupen von Eulenfaltern und Schwärmern. Arten der Gattung wurden im Zeitraum von April bis Oktober nachgewiesen mit Höhepunkt im August im September. 

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Oktober 2022

PROTICHNEUMON PISORIUS

PROTICHNEUMON PISORIUS

Protichneumon pisorius kommt in weiten Teilen Europas vor. Weibchen der Art parasitieren die Raupen von Eulenfaltern und Schwärmern. Vor diesem Hintergrund ist die Art vorwiegend in lichten Nadelwäldern mit Kiefernbestand und in deren Umgebung zu finden. In Mitteleuropa fliegt die Art von Mai bis Oktober, mit witterungsabhängigen Einzelnachweisen bis November. 

100wx - Protichneumon pisorius - 09.11.2024 - Naundorf.jpg

Foto: Naundorf bei Ortrand, Sachsen, November 2024

Foto: Naundorf bei Ortrand, Sachsen, November 2024

SPILOTHYRATELES ILLUMINATORIUS

SPILOTHYRATELES ILLUMINATORIUS

Spilothyrateles illuminatorius ist in Europa weit verbreitet, wird aber selten gesichtet. Nachweis der Art gibt es auch aus Vorderasien. Weibchen der Art parasitieren Schmetterlingsraupen. Zu den bekannten Wirten gehören unter anderem die Larven der Gemüseeule (Hoplodrina ambigua) und der Kohleule (Melanchra persicariae). Imagines wurden in ihrem bekannten Verbreitungsgebiet (europäisches Festland) von März bis November nachgewiesen.

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Foto: Röderaue, Sachsen, April 2024

Unterfamilie: OPHIONINAE

Ophioninae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 32 Gattungen mit ca. 1.000 Arten bekannt. In Deutschland sind 25 Arten in 4 Gattungen nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren Schmetterlingsraupen von Nachtfaltern, nur eine Art die Larven von Blatthornkäfern. 

OPHION SP. (LUTEUS) - (Sichelwespe)

OPHION SP. (LUTEUS) - (Sichelwespe)

Die Gattung Ophion parasitiert Nachtfalterraupen. Es wird je ein Ei in eine Raupe abgelegt. Um den Wirt nicht frühzeitig zu töten, werden die lebenswichtigen Organe von der Schlupfwespenlarve zunächst nicht angegriffen. Erst wenn die Larven fast ausgewachsen sind, töten sie den Wirt durch Auffressen wichtiger Organe. Sie verpuppen sich in einem kleinen Kokon im Innern oder an der leeren Körperhülle des Wirtes. 

450wx - Ophion sp.  - Schwepnitz - 16.10.2022 (3 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

451wx - Ophion sp.  - Schwepnitz - 16.10.2022 (3 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

OPHION VENTRICOSUS

Ophion ventricosus

Ophion ventricosus kommt in weiten Teilen Euopas und Vorderasiens vor, wird aber selten beobachtet. Die dämmerungsaktive Art besiedelt Lebensräume mit Eichenbewuchs. Die Weibchen parasitieren Raupen des Schneespanners (Phigalia pilosa). Die Larven ernähren sich vom Körpergewebe der Wirtsart. Imagines können in Mitteleuropa von Mai bis Juni gesehen werden. 

832wx - Ophion ventricosus - Neschwitz - 09.05.2024 (3 von 1).jpg

Foto: Oberlausitz, Sachsen, Mai 2024

Unterfamilie: PIMPLINAE

Pimplinae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 79 Gattungen mit ca. 1.700 Arten bekannt. In Deutschland sind 139Arten nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen haben ein vielfältiges Wirtsspektrum. Einige Arten parasitieren Schmetterlingsraupen oder -puppen, andere Käferlarven, wieder andere die Larven von Haut- oder Zweiflüglern. Auch Spinnen werden parasitiert.

APECHTHIS COMPUNCTOR

APECHTHIS COMPUNCTOR

Apechthis compunctor ist in Europa weit verbreitet. Nach Osten hin reicht die Verbreitung bis mindestens Nowosibirsk. Weibchen der Art parasitieren Puppen verschiedener Schmetterlingsfamilien. Zu den Wirten gehören u.a. die Gammaeule (Autographa gamma). Imagines sind von April bis Oktober insbesondere in Waldlichtungen und an Waldrändern beim Durchstreifen der Besenheide-Vegetation auf der Suche nach geeigneten Wirtspuppen zu sehen. 

150wx - Apechthis compunctor - 26.04.2024 - Röderaue (3 von 1).jpg

Foto: Röderaue, Sachsen, April 2024

APECHTHIS RUFATA

Apechthis rufata

Apechthis rufata ist in Europa weit verbreitet, aber deulich seltener als Apechthis compunctor. Man findet die Art an Waldrändern, in lichten Wäldern und an Heckenbiotopen in Parks und Gärten. Die Weibchen parasitieren Puppen verschiedener Schmetterlingsfamilien. Zu den Wirten gehören u.a. der Eichenwickler (Tortrix viridana) und der Nesselzünsler (Patania ruralis). Imagines sind von Mai bis November zu sehen. 

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Mai 2023

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Mai 2023

DOLICHOMITUS IMPERATOR (Riesen-Schlupfwespe)

DOLICHOMITUS IMPERATOR (Riesen- Schlupfwespe)

Die Riesen-Schlupfwespe ist in Europa und Asien weit verbreitet, wobei die meisten Sichtungen aus Mitteleuropa stammen. Die Art kommt zudem in Nordamerika vor und bewohnt Waldränder, Lichtungen im Wald und mit Bäumen und Büschen bestandene Gärten und Parks. In Mitteleuropa erstreckt sich die Flugzeit der Art von Juni bis Anfang November. Weibchen parasitieren Käferlarven. 

Die Riesen-Schlupfwespe ist aufgrund ihres gewaltigen Legeapparates eine sehr imposante Art. Ihre Fühler besitzen einen hochempfindlichen Geruchssinn, mit dem sie tief im Holz sitzende Käferlarven aufspürt. Mit drehenden Bewegungen treibt sie den Legebohrer in das Holz, bis dieser auf eine Käferlarve trifft. Diese wird dann mit einem Ei belegt. Die sich in der Käferlarve entwickelnde Schlupfwespenlarve zehrt diese von innen her vollständig auf und verpuppt sich dann. Später schlüpft dann das fertige Insekt.

Von der sehr ähnlichen Art Dolichomitus mesocentrus unterscheidet sich die Art durch ein dunkles Flügelmal, das bei der Schwesternart gelb bis gelb-braun ist.  

300wx - Riesenschlupfwespe - Dolichomitus imperator - Schwepnitz - 3.10.2021 (1 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2021

301wx - Riesenschlupfwespe - Dolichomitus imperator - Schwepnitz - 3.10.2021 (1 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2021 (selbes Tier wie zuvor)

DOLICHOMITUS MESOCENTRUS (Riesen-Schlupfwespe)

DOLICHOMITUS MESOCENTRUS (Riesen- Schlupfwespe)

In der folgenden Bilderserie festgehalten konnte ich die Riesen-Schlupfwespe der Art Dolichomitus mesocentrus in Aktion sehen:  

Mit dem Fühler wird eine tief im Holz sitzende Käferlarven aufspürt: 

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Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

Danach wurde der Legebohrer immer tiefer ins Holz eingeführt und offensichtlich eine Käferlarve mit einem Ei belegt:  

311wx - Dolichomitus mesocentrus - Schwepnitz - 14.10.2022 (3 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

312wx - Dolichomitus mesocentrus - Schwepnitz - 14.10.2022 (3 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

313wx - Dolichomitus mesocentrus - Schwepnitz - 14.10.2022 (3 von 1).jpg

Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2022

ISEROPUS STERCORATOR

ISEROPUS STERCORATOR

Iseropus stercorator ist eine in Europa vorkommende Schlupfwespenart aus der Unterfamilie der Pimplinae, die selten beobachtet wird. Die Art kommt in verschiedenen Biotopen vor, u.a. auf Feuchtwiesen und mit Hecken gesäumten Arealen. Parasitiert werden Nachtfalterpuppen. Imagines sind von Mai bis September zu sehen. 

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Foto: Großharthau, Sachsen, September 2025

Foto: Großharthau, Sachsen, September 2025

PIMPLA RUFIPES (Schwarze Schlupfwespe)

PIMPLA RUFIPES (Schwarze Schlupfwespe)

Die Schwarze Schlupfwespe ist eine der häufigsten und weitverbreitetsten Schlupfwespenarten der Welt. Diese kommt mit Ausnahme von Australien auf allen Kontinenten vor, ist dabei auch von Grönland und Island nachgewiesen. Die Art besiedelt Waldränder, lichte Wälder und gebüschreiche Areale. An den Blüten des Rainfarns nimmt sie gern Nektar auf. Sie parasitiert die Puppen einer Vielzahl unterschiedlicher Schmetterlingsarten. Adulte Tiere sind von Ende April bis November zu sehen, mit Höhepunkt im September und Oktober. Adulte Schlupfwespen überwintern.

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Foto: Wiednitz, Sachsen, Mai 2024

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Foto: Brauna, Sachsen, Oktober 2024

Foto: Brauna, Sachsen, Oktober 2024

PIMPLA SPURIA

Pimpla spuria

Pimpla spuria ist in Europa und Nordafrika verbreitet. Die Art besiedelt Waldränder, lichte Wälder und gebüschreiche Areale. Sie parasitiert die Puppen einer Vielzahl unterschiedlicher Schmetterlingsarten. Adulte Tiere sind von April bis Oktober zu sehen.

Foto: Oberlausitz, Sachsen, September 2024

Unterfamilie: RHYSSINAE

Rhyssinae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 8 Gattungen mit ca. 450 Arten bekannt. In Deutschland sind 9 Arten aus 3 Gattungen nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren im Totholz lebende Käferlarven sowie die Larven Holz- und Schwertwespen, zudem entwickeln diese sich auch hyperparasitisch von anderen Parasitoiden, Larven also, die sich ihrerseits bereits parasitisch aus Käferlarven oder Holzwespenlarven entwickelten.  

MEGARHYSSA RIXATOR

MEGARHYSSA RIXATOR

Megarhyssa rixator ist eine der größten Schlupfwespenarten Europas.

Die Art besiedelt Nadelwälder, wo deren Larven verschiedene Holzwespenarten parasitieren (Wirtsarten sind z.B. die Gemeine Holzwespe und die Riesenholzwespe). Die Holzwespen-Weibchen bohren ihre Eier mit Hilfe ihres Legebohrers in das Holz absterbender Bäume. Dabei wird auch ein Pilz injiziert, welcher das Holz „vorverdaut“, so dass es für die Holzwespenlarve als Nahrung nutzbar ist. 
Die Schlupfwespen können diesen Pilz mit Hilfe ihrer empfindlichen Riechorgane wahrnehmen und finden so die Holzwespenlarven. Mit Hilfe des langen Legebohrers wird die Holzwespenlarve zuerst gelähmt und anschließend ein Ei neben diese platziert. Die Schlupfwespenlarve frisst die Wirtslarve. Die Entwicklung der Larve dauert etwa ein Jahr bis zur Verpuppung.

Die Art ist hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni zu sehen.  

Foto: Naturpark Niederlausitz, Brandenburg, Mai 2022

MEGARHYSSA SUPERBA

MEGARHYSSA SUPERBA

Die in Europa und in Asien bis nach Cina vorkommende Art besiedelt Nadelwälder, wo deren Larven verschiedene Holzwespenarten parasitieren (Wirtsarten sind z.B. die Gemeine Holzwespe, die Schwarze Kiefernholzwespe und die Riesenholzwespe).  

Die Art wurde in Mitteleuropa in den Monaten Mai, September und Oktober gesehen (Nachweise auf inaturalist). 

Foto: Frauendorf, Brandenburg, Oktober 2022

Foto: Frauendorf, Brandenburg, Oktober 2022

Unterfamilie: TRYPHONINAE

Tryphoninae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 54 Gattungen mit ca. 1.250 Arten bekannt. In Deutschland sind 192 Arten nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren im Regelfall die Larven von Pflanzenwespen. Nur wenige Arten parasitieren Schmetterlingsraupen.

ACROTOMUS SUCCINCTUS

ACROTOMUS SUCCINCTUS

Acrotomus succinctus ist in West-, Mittel- und Osteuropa, in Vorderasien und in Nordamerika in Höhe der Grenze zwischen den USA und Kanada verbreitet. Die Art besiedelt bevorzugt Heckenbiotope. Weibchen parasitieren die Larven verschiedener Pflanzenwespenarten. Imagines sind in Mitteleuropa von Mai bis Oktober zu sehen.

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Foto: Oberlausitz, Sachsen, September 2024

DYSPETES LUTEOMARGINATUS

DYSPESTES LUTEOMARGINATUS

Dyspetes luteomarginatus ist in Europa weit verbreitet. Die Art besiedelt lichte Wälder und Heckenbiotope. Weibchen parasitieren die Larven verschiedener Pflanzenwespenarten, u.a. Arge rustica aus der Familie der Bürstenholmblattwespen sowie die Larven aus der Gattung Tenthredo aus der Familie der Echten Blattwespen. Die Flugzeit der Art erstreckt sich von Juli bis Oktober. 

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Foto: Sächsische Schweiz, Sachsen, August 2024

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Foto: Oberlausitz, Sachsen, September 2024

TRYPHON SP.

Tryphon sp.

Die Gattung Tryphon parasitiert die Larven von Pflanzenwespen.

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Foto: NSG Röderaue, Sachsen, Mai  2025

Unterfamilie: XORIDINAE

Xoridinae ist eine Unterfamilie der Familie der Schlupfwespen (Ichneumonide). Weltweit sind aktuell 4 Gattungen mit ca. 220 Arten bekannt. In Deutschland sind 28 Arten nachgewiesen.

Die Arten dieser Gattungen parasitieren teilweise Käferlarven, teilweise Holswepsenlarven. 

ODONTOCOLON DENTIPES

ODONTOCOLON DENTIPES

Odontocolon dentipes ist in Europa weit verbreitet, wird aber swelten beobachtet. Die Art besiedelt Wälder mit hohem Totholzanteil. Sie parasitiert Bockkäferlarven entsprechend der Beschreibung zur Riesen-Schlupfwespe. Das besondere Merkmal der Art ist der verdickte Schenkel des hinteren Beinpaares, an dem ein nach unten gerichteter Zahn sitzt. Die Art hat eine ausgedehnte Flugzeit, die von April bis Anfang November reicht.  

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Foto: Königsbrücker Heide, Sachsen, Oktober 2021

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